Informations- und Kommunikationstechnik

Zweiweg Gleichrichtschaltungen

Bei der Einweg- oder M1-Gleichrichtschaltung wird nur eine Halbwelle der Wechselspannung genutzt. Das ist zum einen von der Energiebilanz her nicht wirtschaftlich, andererseits ist der Gleichspannungsanteil der Mischspannung am Ausgang mit weniger als einem Drittel sehr gering. Für eine Gleichspannung mit möglichst geringem Wechselspannungsanteil sind dann sehr große Ladekapazitäten notwendig. Mit zunehmender Belastung nimmt die Welligkeit, die sogenannte Brummspannung stark zu.

Mit einer Zweiweg-Gleichrichtschaltung, die es in zwei Varianten gibt, sind die Resultate besser, da beide Halbwellen der Wechselspannung genutzt werden. Eine Variante nennt sich Zweipulsmittelpunktschaltung M2. Nach der alten Benennung war es die M-Schaltung. Die zweite Variante ist die Einphasen-Brückengleichrichtschaltung oder B-Schaltung, die auch als Zweipulsbrückenschaltung B2 bezeichnet wird.

Zweipuls-Mittelpunktschaltung – M2

Zur Spannungsversorgung ist ein Transformator mit einer mittenangezapften Sekundärwicklung notwendig. Die Anzapfung stellt für die Ausgangsgrößen die Bezugsmasse dar. Die Spannungen der beiden Halbwicklungen in Bezug zur Masse sind halb so groß wie zwischen den Punkten A und B. Das Zeitdiagramm zeigt, dass beide Teilspannungen zueinander eine inverse Phasenlage haben. Die Dioden sind in der M2-Gleichrichtschaltung so geschaltet, dass im zeitlichen Verlauf jede Halbwelle ausgenutzt wird. Bei der positiven Halbwelle am Anschlusspunkt A liegt am unteren Anschlusspunkt die negative Halbwelle. Leitet die obere Diode, dann ist die untere gesperrt.

Die M2-Mittelpunktschaltung erzeugt eine Vollwellengleichrichtung mit einer DC-Ausgangsspannung. Der Gleichrichtwert \(\overline {\left| u \right|} = 0,6366 \cdot \widehat u\) ist verglichen mit der M1-Schaltung doppelt so hoch. Der Wechselspannungsanteil der belasteten Schaltung hat die doppelte Frequenz der AC-Quellenspannung. Für eine gleich gute Glättung benötigt der Ladekondensator nur die halbe Kapazität.

Durch Wahl der Radiobuttons kann für die erste Periode die Arbeitsweise der M2-Schaltung verdeutlicht werden.
keine Aktion 1. Halbperiode 2. Halbperiode;

Zweiweggleichrichtung

Mittelpunktschaltung für symmetrische Ausgangspannungen

Werden an einen Transformator mit zwei gleichen Sekundärwicklungen oder einer Sekundärwicklung mit Mittelanzapfung zwei M2-Schaltungen antiparallel angeschlossen, dann stehen am Ausgang zwei zur Masse symmetrische Gleichspannungen zur Verfügung. Diese M2-Mittelpunktschaltung ist ebenfalls eine Vollweggleichrichtung. Zur Glättung der Welligkeit werden zwei Ladekondensatoren benötig. Sie müssen mit richtiger Polung angeschlossen werden. Das Bild zeigt die Schaltung und den Spannungsverlauf ohne Ladekondensatoren.

Mittelpunktschaltung mit symmetrischem Ausgang

Zweipuls-Brückenschaltung – B2

In der Netzanschlusstechnik hat die M2-Schaltung an Bedeutung verloren und ist durch die Einphasen-Brückengleichrichtschaltung, gleich Zweipulsbrückenschaltung B2 ersetzt worden. Sie wird oft als Graetz-(Gleichricht-)Schaltung bezeichnet. Eine Mittelanzapfung der Sekundärwicklung ist nicht notwendig. Da der Strom während jeder Halbwelle durch zwei Dioden fließt, ist die Ausgangsspannung um den Wert der doppelten Durchlassspannung der Dioden niedriger. Es handelt sich um eine Vollweggleichrichtung.

Das Bild zeigt die B2-Schaltung. Die Arbeitsweise ist für jede Halbperiode durch Umschalten der Radiobuttons darstellbar. Der Massebezug für die gleichgerichtete Ausgangsspannung befindet sich auf der Sekundärseite. Die Ausgangsspannung ist für alle Halbwellen positiv. Der durch die Sekundärwicklung fließende Gleichstrom darf den Trafokern nicht in die magnetische Sättigung bringen. Die maximal entnehmbare DC-Leistung muss kleiner sein als die AC-Wechselstromleitung des Trafos.

keine Aktion 1. Halbperiode 2. Halbperiode;

Graetz-Brückenschaltung

Die B2-Brückenschaltung kann mit 4 Einzeldioden gleichen Typs aufgebaut werden. Brückengleichrichter gibt es als kompaktes Bauteil mit vier Anschlusspins in Zylinder- oder Flachbauform. In Schaltungen sind zwei weitere gleichberechtigte Schaltzeichen zu finden, die im folgenden Bild dargestellt sind.

Graetzschaltung