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Bestimmte Halbleiterdioden wandeln elektrischen Strom in Licht, UV- oder IR-Strahlung um. Ihre Arbeitsweise ist somit zu der einer Fotodiode genau umgekehrt. Es sind Licht emittierende Dioden oder LEDs. Die Dioden arbeiten in Durchlassrichtung, wobei die Anode ausreichend positiv in Bezug zur Kathode sein muss. Im Halbleiter rekombinieren Ladungsträgerpaare unter Abgabe der Energiedifferenz. Dieser Vorgang wird Elektrolumineszenz genannt. Liegt die Energie der Bandlücke und damit die Differenzenergie im Bereich von 3,2...1,6 eV, dann wird sichtbares Licht emittiert.
Die ersten im Handel zu erwerbenden roten LEDs gab es 1962 und 10 Jahre später kamen grüne Leuchtdioden dazu. Um 1980 wurden Halbleiterdotierungen entwickelt, die eine orangegelbe Spektralfarbe emittieren. Blaue LEDs mit sehr kleiner Lichtausbeute (Effizienz) sind erst seit 1990 bekannt. Die Entwicklung zu heller leuchtenden blauen LEDs war in den Folgejahren erfolgreich. Inzwischen lassen sich alle wichtigen Spektralfarben durch anorganische Lumineszenzdioden in brauchbarer Effizienz abdecken. Parallel hierzu wird die Technologie organischer Lumineszenzdioden (OLED's) verbessert und gewinnt an Bedeutung.
Die Herstellung von LEDs ist komplizierter als die einfacher Dioden. Die Schichten müssen lichtdurchlässig und frei von Aufbaustörungen im Kristallgitter sein, um definierte Wellenlängen mit hohem Wirkungsgrad zu erhalten. Durch unterschiedliche Epitaxiverfahren lässt man dotierte Halbleiterschichten auf einen Halbleiterwaver aufwachsen. Der LED-Chip besitzt dann eine Sandwichstruktur und wird mit den Metallanschlüssen verbunden und zur fertigen LED in Kunststoff eingegossen. Das Gehäuse dient zum Schutz und sorgt als optische Linse für eine bestimmbare Lichtverteilung der sonst punktförmigen Lichtquelle.
LEDs werden in Durchlassrichtung betrieben und weisen dort wie jede andere Diode einen steilen Stromanstieg auf. Die Strahlungsintensität nimmt anfangs proportional mit dem Strom zu. Durch den gleichzeitigen Anstieg der Verlustleistung erwärmt sich die Diode, wodurch ihre Leitfähigkeit ansteigt. Mit höherer Temperatur nimmt die Strahlungseffizienz stark ab. Ohne einen Strom begrenzenden Vorwiderstand besteht die Gefahr, dass sich die Diode selbst zerstört. Die LEDs im Laborbetrieb und in Anzeigeeinheiten vieler Geräte werden mit 10 ... 20 mA betrieben. Für Beleuchtungszecke werden Hochleistungs-LEDs mit bis zu 350 mA Betriebsstrom angeboten. Die folgende Tabelle zeigt einige Daten verschiedener LEDs bei einem Betriebsstrom von 20 mA.
| Typ | Farbe | Wellenlänge | Dotierung | Spannung |
|---|---|---|---|---|
| Standard | Dunkelrot | 700 nm | GaP | 2,0 V |
| Standard | Rot | 655 nm | GaAsP | 1,7 V |
| Standard | Orange | 610 nm | GaAsP / GaP | 2,0 V |
| Standard | Gelb | 585 nm | GaAsP / GaP | 2,1 V |
| Standard | Grün | 555 nm | GaP | 2,2 V |
| Superhell | Hellrot | 660 nm | GaAlAs | 1,9 V |
| Superhell | Gelb | 595 nm | AlInGaP | 1,8 V |
| Superhell | Grün | 565 nm | GaP | 2,2 V |
| Superhell | Blau | 430 nm | GaN | 3,5 V |
| Ultrahell | Grün | 525 nm | GaInN | 3,3 V |
| Ultrahell | Blau | 475 nm | GaInN | 3,5 V |
| Ultrahell | Weiß | - | GaInP | 3,5 V |
Eine maximale Betriebsspannung von 5 V reicht für LEDs aus. Die Durchlassspannung wird von der Halbleiterbandlücke bestimmt und liegt zwischen 0,6 ... 2 V. Dioden kürzerer Wellenlänge haben höhere Schwellspannungswerte. Lumineszenzdioden vertragen keine hohen Sperrspannungen. Infolge ihrer hoch dotierten Halbleiterschichten führen Sperrspannungen oberhalb von 5 V zum Durchbruch.
Bei einem konstanten Gleichspannungsbetrieb nimmt die Lichtausbeute bezogen auf die Betriebsstundenzahl kontinuierlich ab. Vermutlich wandern die Dotierungselemente im Kristallgitter durch das elektrische Gleichfeld aus und hinterlassen Gitterstörungen. LEDs können aber sehr gut mit Rechteck oder Impulsspannungen betrieben werden. Dadurch wird ihre Helligkeit einstellbar, die Strahlungsleistung nimmt zu und der Effizienzverlust ist bei vergleichbarer Betriebsdauer kleiner.
Lumineszenzdioden liefern schmalbandige nahezu monochromatische Strahlungen von
IR- über den sichtbaren bis zum UV-Bereich. Trägt man die Wellenlängen
der lichtstarken LEDs in die CIE-Normfarbtafel ein, so bleibt einzig der Gelbbereich
offen. Es ist aber zu erkennen, dass durch eine geeignete RGB-Diodenkombination
der Weißton erreicht werden kann.
Eine Weißlicht-LED kann durch die Kombination mehrerer Farb-LEDs in einem Chip hergestellt werden, sog. Multi-LEDs. Eine andere angewendete Methode ist der Einsatz von Leuchtstoff mit der Eigenschaft einer Photolumineszenz. Der Lumineszenzfarbstoff wird von einer blauen Diode angeregt und gibt langwelligeres Licht ab. Sie werden Lumineszenzkonversions-LED oder phosphor-converted-LED (PC-LED) genannt. Durch die Kombination verschiedener Lumineszenzfarbstoffe lassen sich alle gewünschten Farbwerte mit LEDs verwirklichen. Eine vergleichbare Lichttransformation kommt in Leuchtstofflampen und Energiesparlampen zur Anwendung.
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